Embodiment beschreibt die enge Wechselwirkung zwischen Körper, Psyche und Emotionen. Die moderne Kognitionswissenschaft geht davon aus, dass Denken, Fühlen und Handeln nicht allein im Gehirn entstehen, sondern immer auch im Körper verankert sind. Der Neurowissenschaftler António Damásio bringt es auf den Punkt: “The mind is embodied, not just embrained.”
Damit entstehen innere Zustände nicht ausschließlich durch Gedanken und kognitive Prozesse, sondern sind immer auch körperlich geprägt. Gefühle, Stressreaktionen und Verhaltensmuster drücken sich im Körper aus – und können über ihn gezielt beeinflusst werden.
Im Coaching bedeutet das: Nachhaltige Veränderung entsteht nicht allein durch kognitive Einsicht, sondern durch erlebte, körperlich verankerte Erfahrungen. Über gezielte Körperarbeit lassen sich emotionale Zustände regulieren, innere Ressourcen aktivieren und neue Handlungsmöglichkeiten stabil verankern. Der Körper dient dabei als stabiler Zugang zu Ressourcen, insbesondere dort, wo Gespräche allein an ihre Grenzen stoßen.
Ein Beispiel: In belastenden Situationen wie Prüfungsangst oder innerer Überforderung reicht kognitive Selbstberuhigung oft nicht aus. Durch das bewusste Einnehmen einer aufgerichteten, stabilen Körperhaltung in Kombination mit einer ruhigen Bauchatmung kann das Nervensystem unmittelbar beruhigt werden. Der Körper signalisiert Sicherheit – und die emotionale Anspannung nimmt spürbar ab.